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Philippinen
Die Infostelle "Dritte Welt" unterstützt als aktives
Mitglied im Trägerkreis die seit 1992 bestehende Partnerschaft
zwischen dem Ev. Kirchenkreis Duisburg und der Southern
Tagalog Conference (STC) der United Church of Christ
in the Philippines (UCCP).
Geschichte der Partnerschaft
1992 Die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises
Duisburg-Süd beschließt, eine Kirchenkreispartnerschaft
mit der Southern Tagalog Conference / Philippinen einzugehen
und beauftragt den Fachausschuss Ökumene bzw. den zu
diesem Zweck gegründeten Trägerkreis mit der Förderung
und Gestaltung dieser Partnerschaft.
1995 Nach zahlreichen Briefwechseln und
intensivem Austausch über das beidseitige Verständnis
von Partnerschaft besucht eine vierköpfige Delegation
(Pepito Roaso, Dennis Duhailungsod, Gregoria Alitag
und Lilibeth Tendero) für drei Wochen unseren Kirchenkreis.
Dabei stehen insbesondere das Kennenlernen gemeindlichen
Lebens sowie kirchlicher Arbeitsgebiete wie Diakonie,
Frauen-, Asyl- und Dritte-Welt-Arbeit auf dem Programm.
1998 Auf Einladung unserer philippinischen
Partner folgt ein Gegenbesuch in den Philippinen (Renate
Froese, Björn Hensel, Gerlinde Rittich und Martin Schaper).
Ökumenische Fragestellungen und Erfahren konkreter Praxis
in den Bemühungen um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung
der Schöpfung gehören ebenso zu den Zielen der Reise
wie Einblicke in den normalen Gemeindealltag. Es wird
vereinbart, dass jedes Jahr in beiden Kirchenkreisen
ein Partnerschaftssonntag gefeiert wird.
2000 Die Kirchenkreise Duisburg-Süd und
-Nord laden eine Delegation aus dem gemeinsamen Partnerschaftssprojekt
in Soweto/Südafrika sowie aus der Southern Tagalog Conference
zu einem dreiwöchigen Erfahrungsaustausch über die Situation
von Kindern und Jugendlichen nach Duisburg ein. Dabei
wird mit den philippinischen Partnern (Arthur Asi, Nancy
Magkawas, Ronnie Saliendra und Myla Soriano) die Ausarbeitung
eines Partnerschaftsvertrages vereinbart.
2003 Superintendent Christoph Radbruch,
Dr. Sabine Bräutigam und Eckhard Röhm reisen in den
Partnerkirchenkreis. Auf der Synode der Southern Tagalog
Conference wird feierlich ein Partnerschaftsvertrag
unterzeichnet und gleichzeitig wird die Durchführung
von gemeinsamen Projekten vereinbart. Zu den geplanten
Maßnahmen gehören ein zukünftiger Jugendaustausch, ein
Programm zur Verbesserung der Gesundheitssituation sowie
ein Schweinezuchtprojekt zur Steigerung der Einkommen
in der armen Bondoc-Region, einer Halbinsel im Süden
des Partnerschaftskirchenkreises. Außerdem sollen der
Informationsaustausch zwischen den Kirchenkreisen sowie
die gegenseitige Fürbitten auch im sonntäglichen Gottesdienst
intensiviert werden.
2004 Beim Jugendaustausch
im Mai 2004 ist Pfarrer Eric Milambiling mit fünf Jugendlichen
für drei Wochen in Duisburg zu Gast.
2005 Rückbegegnung: Im August besuchen
Eckhard Röhm und Stephan Blank mit sechs Duisburger
Jugendlichen die Philippinen.
Unsere Partner in der Southern Tagalog Conference Unser
Partnerkirchenkreis, die Southern Tagalog Conference
(STC), umfasst 33 Gemeinden. Er liegt südöstlich der
philippinischen Hauptstadt Manila. Neben ländlichen,
von vielen infrastrukturellen Mängeln (wie Wasserknappheit,
mangelnde oder fehlende Stromversorgung, unzureichendes
Straßen- und Transportnetz) gekennzeichneten Regionen,
gibt es die beiden Großstädte Batangas und Lucena sowie
ein paar kleinere Städte. Stadtgemeinden, deren Mitglieder
sich eher aus dem Mittelstand zusammensetzen, stehen
zum Teil äußerst arme Landgemeinden gegenüber, deren
Mitglieder teilweise am Rande des Existenzminimums leben.
Da es keinerlei innerkirchlichen Finanzausgleich gibt,
unterscheiden sich demzufolge die Gemeinden stark, was
Zustand der Gebäude und auch Gehalt und Anzahl der kirchlichen
Mitarbeiter, auch der Pfarrer, betrifft. So nehmen einige
Pfarrer ihre Gemeindearbeit auf Teilzeitbasis wahr,
um durch andere Tätigkeiten ihren Lebensunterhalt aufzubessern.
Der Gottesdienst ist zentraler Versammlungsort und
wird von den Gemeindemitgliedern auffallend gut besucht.
Die Gemeindearbeit basiert auf vier Säulen: der christlichen
Jugend, den Frauen- und Männergruppen sowie den Bibelarbeitskreisen.
Dass engagierte Laien die Sonntagsschule halten oder
im Gottesdienst ganze Teile übernehmen, ist durchaus
üblich. Der Anspruch auf Perfektion und Fehlerlosigkeit
ist weniger stark ausgeprägt als bei uns. Gleichzeitig
trägt Improvisation, Fröhlichkeit und Herzlichkeit zu
einer sehr angenehmen persönlichen und familiären Gottesdienstatmosphäre
bei.
Das Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung
der Schöpfung spielt eine große Rolle. So gibt es dafür
einen hauptamtlichen Beauftragten.
Große Einigkeit besteht darin, sich als Gemeinde
am gesellschaftlichen Erziehungsauftrag zu beteiligen.
So unterhalten viele Gemeinden Kindergärten und einige
auch Grundschulen. Da die Eltern hier Schulgeld bezahlen,
spielt auch der finanzielle, in jedem Fall aber der
missionarische Aspekt eine Rolle.
Neben den im Vergleich zu uns wesentlich knapperen
finanziellen Mitteln haben die Gemeinden mit zwei Problemfeldern
zu tun: Das eine ist das Anwachsen von vor allem aus
den USA finanzierten fundamentalistischen und charismatischen
Sekten, zu denen durchaus auch Kirchenkreismitglieder
übertreten, als auch der Verlust von Mitgliedsbeiträgen
wegen der Migration der verdienenden Teile der Familie
in andere Gebiete.
Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, mit der die
Menschen im Partnerkirchenkreis Besuchern begegnen,
ist eine prägende und beeindruckende Erfahrung.
Zu den Aktivitäten der Partnerschaftsarbeit hier
in Duisburg
gehören der regelmäßige Briefaustausch, ein Workshop-
und Vortragsangebot für Gemeindegruppen und Schulklassen,
eine ausleihbare Wanderausstellung und der jährliche Philippinen-Partnerschaftssonntag.
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