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 Die Infostelle "Dritte Welt" unterstützt durch
Bildungsveranstaltungen die Kampagnen gegen Kinderarbeit
und Kinderprostitution. Durch Vortragsangebote wie auch
durch regelmäßige Radioprogramme in unserer Sendereihe
Nord-Süd-Blick machen wir auf die Situation von Kindern
in der so genannten Dritten Welt aufmerksam und schaffen
damit Öffentlichkeit für das Engagement für Kinderrechte.
Im dritten Jahr in Folge organisieren wir Musik-
und Theaterveranstaltungen von Straßenkindern aus Ländern
der "Dritten Welt", um deren schwierigen Überlebensalltag,
aber auch ihre Selbstinitiative und Kreativität zu vermitteln.
Gerade dieser interkulturelle persönliche Austausch
bzw. die Begegnung zwischen Kindern und Jugendlichen aus
unterschiedlichsten Lebenssituationen ermöglicht oft
nachhaltige Lernerfahrungen und schafft den Nährboden
für mehr beidseitiges Verständnis.
Kinder
haben Rechte Text: unicef
Recht auf Ernährung und Gesundheit Jahr
für Jahr sterben weltweit rund zwölf Millionen Kinder
an den Folgen von Armut und Unterernährung. Das sind
jeden Tag 32.000 Kinder. Zwei Drittel von ihnen erliegen
leicht vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung
und Masern. In über 50 Prozent der Todesfälle von Kindern
ist Mangelernährung die indirekte Todesursache. Mangelernährte
Kinder sind besonders anfällig für Infektionen und Krankheiten,
da ihre Abwehrkräfte geschwächt sind. Insgesamt aber
haben sich die Überlebens- und Entwicklungschancen von
Kindern in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert.
Impfkampagnen, Geburtsvor- und -nachsorge sowie Ernährungsberatung
und die Versorgung mit Zusatznahrung mit Vitamin A,
Eisen und Jod haben dazu beigetragen,daß in den vergangenen
30 Jahren die Kindersterblichkeit auf der Welt um die
Hälfte gesunken ist. Durch den vermehrten Einsatz von
Oralem Rehydratationssalz, einer einfachen Zucker-Kochsalz-Lösung
bei Durchfall, werden jährlich eine Million Kinderleben
gerettet.
Recht auf Grundbildung Rund 130
Millionen Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur
Schule. Zwei Drittel davon sind Mädchen. Bildung aber
ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Verbesserung
der Lebensverhältnisse und der Entwicklung eines Landes.
Zwar ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen,
die Einschulungsraten von 50 Prozent (1960) auf rund
80 Prozent (1997) aller Kinder im schulpflichtigen Alter
zu erhöhen. Doch Armut, lebensferne Unterrichtsinhalte
und veraltete Unterrichtsmethoden sowie lange Schulwege
führen oft zum Schulabbruch.
Recht auf sauberes Trinkwasser Insgesamt
1,1 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern haben
keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jedes Jahr sterben
dort vier Millionen Kinder an Krankheiten, die auf verschmutztes
Wasser und mangelnden Hygiene zurückzuführen sind. Cholera,
Typhus, Gelbsucht und Parasiten wie der Guineawurm werden
durch verseuchtes Wasser übertragen. Mangelnde Hygiene
führt häufig zu Haut- und Augenentzündungen. Krankheitserreger
und Parasiten können sich überall dort besonders gut
verbreiten, wo es keine Abwasserentsorgung oder Latrinen
gibt.
Chancen für Mädchen und Frauen Jedes
Jahr müssen weltweit 1,5 Millionen Mädchen nur deshalb
sterben, weil sie Mädchen sind. Sie sterben, weil sie
schlechter ernährt und medizinisch betreut werden als
ihre Brüder. In etlichen asiatischen Ländern, besonders
in Indien, China und Bangladesch, werden weibliche Föten
gezielt abgetrieben oder weibliche Neugeborene getötet.
Vor allem in Afrika werden Mädchen Opfer der genitalen
Verstümmelung. Jedes Jahr werden mehr als zwei Millionen
Mädchen zwischen vier und acht Jahren beschnitten.
Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit Weltweit
müssen etwa 250 Millionen Kinder zwischen fünf und 14
Jahren unter ausbeuterischen und oft gefährlichen Bedingungen
arbeiten. Häufig arbeiten sie bis zu 16 Stunden am Tag,
ohne Ruhezeiten und angemessene Entlohnung. Zeit und
Kraft für den Besuch der Schule bleibt ihnen nicht.
Unter den gesundheitlichen und seelischen Schäden, die
Kinder bei ihrer Arbeit davontragen, leiden sie oft
ein Leben lang.
Schutz vor sexueller Ausbeutung von Kindern Millionen
Kinder auf der Welt werden sexuell ausgebeutet. Kinderprostitution,
Kinderpornographie und Kinderhandel zählen zu den schlimmsten
Menschenrechtsverletzungen. Diese zeitgenössische Formen
der Sklaverei schädigen die Gesundheit, das seelische
Gleichgewicht und das Grundvertrauen der Kinder. Schon
heute sind viele Kinder HIV-positiv. Zweifelsohne ist
Armut eine der Hauptursachen für Kinderprostitution.
Entscheidend allerdings ist die Nachfrage auf diesem
kriminellen Markt. Fehlendes Unrechtsbewusstsein bei
vielen Männern, Profitstreben und laxe Strafverfolgung
leisten der Kinderprostitution massiven Vorschub.
Schutz und Hilfe für Kinder im Krieg und auf
der Flucht Noch nie haben so viele Kinder
unter Kriegen gelitten wie in diesem Jahrhundert. Die
Hälfte der weltweit 25 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene
sind Kinder. Schätzungsweise zwei Millionen Kinder starben
in den vergangenen zehn Jahren in kriegerischen Auseinandersetzungen,
sechs Millionen trugen wurden verletzt. Die Mehrheit
der Kinder findet aber nicht durch unmittelbare Kampfhandlungen
den Tod, sondern stirbt an den "stillen" Folgen
des Krieges. UNICEF geht davon aus, dass allein 1993
rund eine halbe Million Kinder ihr Leben durch unzureichende
Ernährung, mangelnde Gesundheitsversorgung und verseuchtes
Wasser verloren haben. Viele Kinder mussten mit ansehen,
wie Angehörige gefoltert oder getötet wurden. Andere
wurden von ihren Eltern getrennt.
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